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“Ein Mistwetter!”

- schnappte ich heute in einer Konversation 2er Nachbarinnen auf, die auch durch eine gut befahrene, durchaus laute Straße nicht gestört werden konnte. Und dabei war es erst der Anfang des Wiederanfangs des unerträglichen einfach beschissenen Schneemistwetters heute.

Denn auf dem Weg zur Musikschule ging doch noch alles relativ normal zu; wie seit etwas längerem fielen einzelne, überschaubare Schneeflöckchen ohne auf der Straße liegen zu bleiben vom Himmel herab, der sich nach kurzem Erholen von seinem Dasein als ewiges, endloses Grau wieder zurückentwickelt hat. War der eine, von wärmenden Sonnenstrahlen begleitete Tag doch so schön…
Nun ja, nicht zu sehr in Träumen schwelgen, zurück in die, wirklich nur ein biiischen, öhm, unschönere Realität. Der Schneefall an sich war ja nicht so schlimm, aber wenn dann auch noch ein nicht zu vernachlässigender Wind dir die weiße Scheiße immer direkt ins Gesicht weht, egal wohin man sich dreht, wie schnell man aus der noch gerade gen Süden gerichteten Windrichtung wegrennt, dieser beknackte Wind hat es – jeder sieht das zur gleichen Zeit gleich – nur auf einen abgesehen und will, dass man wegen der immer direkt in die Augen fliegenden Schneeflocken gegen den nächsten Laternenpfahl läuft.
Als ich dann endlich in der U-Bahn saß, und kontrolliert hatte, dass wirklich alle Fenster geschlossen sind, habe ich mir, leise triumphierend “yippie ya yeah, Schweinebacke” gedacht, was ich lieber nicht hätte tun sollen, da 7 Minuten die Rache folgte – nämlich als ich aussteigen musste.

Das gerade präzise erklärte Phänomen wiederholte sich, wie von keinem Wunder, natürlich. Aufgrund dessen rannte ich um mein Leben, nahm alle noch so verwunderten Blicke von Passanten in kauf (die meiner Meinung nach, wie sollte es auch anders sein, nicht von dem Wetter geplagt wurden), ignorierte rote Ampeln, wischte mir keine noch so großen Schweißperlen von den Wangen, schlitterte mit 30 Stundenkilometern einen kleinen Abhang hinunter, um schließlich durchnässt und aus der Puste ankam. Nun gut, vielleicht nicht so ganz…

Doch so richtig schlimm wurde es erst, als ich wieder aus dem angenehmen, warmen Gebäude in die sich in die kalte Hölle verwandelte Außenwelt gehen musste. Es schneite nun 3 mal so viel und aufgrund dessen blieb das Zeug nun auch richtig liegen… Ach ja, da waren ja noch die milden Winde, die sich inzwischen in reißende Böen verwandelt hatten, genau gegen meine Laufrichtung gerichtet, versteht sich. Ich war fast erblindet, als ich die Rettung fand: die U-Bahn Station. Glücklicherweise kam genau in diesem Moment die U-Bahn eingefahren, in die ich sofort einsteigen konnte.

Aber alles hat ein Ende (bis auf die zwei-endige Wurst) und so musste ich 7 Minuten später wieder raus. Was mir passierte?

Nach der Werbung geht es weiter… Warten sie
3…
2…
1…
Stunden.

Willkommen zurück! Was bisher geschah: ich wurde beinahe von den mörderischen Schneeflocken in Kombination mit den Hurrican-ähnlichen Winden getötet. Aber ich überlebte. I’m a legend. Das Schnee-wird-immer-in-mein-Gesicht-geweht-Phänomen wiederholte sich.
Auf dem Weg in das rettende zuhause sang ich leise vor mir her: “Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird schneeig und schwer.” Das einzige was gegen die gefährlichen, wetterbedingten Gegebenheiten genützt hätte, wäre eine Skimaske gewesen. Aber hm, ein kleinwüchsiger Mensch, mit Skimaske auf dem Kopf, darüber hinaus noch einen Geigenkasten auf dem Rücken, in dem verstaut die Maschinenpistole; kommt gerade von einem Banküberf… . Jaja, die Vorurteile.

Aber ich hatte Glück: I’m a legend. Ich bin einer der wenigen (min. 80 Millionen), die das Wetter überleben konnten. Das ist die Geschichte von mir, Silvius -

dem 14-Jährigen Schüler aus dem verschneiten Fürth…

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